VORGÄNGERMODELLE

VW Kübel Typ 82
An den VW Kübelwagen Typ 82 wurden schon vor seiner Fertigstellung hohe Ansprüche gestellt. Am 17. Januar 1938 wird die Umwandlung des Porsche-Volkswagens in ein militärisch taugliches Fahrzeug erstmals aktenkundig. Verlangt wurde von der Konstruktion eine geringe Bauhöhe, leichtes Gewicht sowie geringe Umbaukosten vom normalen zum militärischen Fahrzeug.

Setzten die Konstrukteure bis dato auf schwere komplizierte Vehikel, war Ferdinand Porsche davon überzeugt, dass ein einfacher, leichter Wagen viel praktischer wäre. Porsche sollte Recht behalten, der VW Kübelwagen war und ist auch ohne Allrad-Antrieb eines der erstaunlichsten Fahrzeuge im Bereich der geländegängigen Automobile.
Das Gesamtgewicht des VW Kübelwagen Typ 82 beträgt ohne Last nur 750 Kilogramm. Der mit 70mm Bohrung versehene Boxermotor im Heck leistet bei einer Höchstdrehzahl von 3.300 U/min 24,5 PS. Ein Zwischengetriebe an den Hinterrädern - immerhin noch bis 1967 in den VW Bus eingebaut - ändert die Gesamtübersetzung entscheidend und verhalf dem 82er zu einer noch besseren Traktion im Gelände
Porsches Konzept bewährte sich sowohl in den heißen Gegenden Afrikas als auch in den kalten Gebirgen Osteuropas. Mit der wartungsarmen, robusten und vor allem luftgekühlten Konstruktion, die im technischen Bereich nach dem II. Weltkrieg den VW Käfer zum Welterfolg werden ließ, wurde und wird dem VW Kübelwagen von allen Seiten Respekt gezollt.
Zwischen 1940 bis 1945 entstanden etwa 55.000 Kübelwagen im Wolfsburger Werk. Bemerkenswert, daß die Aufbauten des 82ers in der Berliner Ami-Budd Fabrik (eine Tochterfirma des gleichnamigen amerikanischen Konzerns) gefertigt wurden. In Wolfsburg, damals noch Stadt des KdF-Wagens genannt, entstand die vollständige Bodengruppe mit Antriebseinheit und Vorderachse. Das Endprodukt wurde anschließend nur noch verschraubt.
Nur wenige Fahrzeuge überstanden die damalige Zeit unversehrt. Die heute selten anzutreffenden Exemplare dokumentieren ein technisch und handwerklich ebenso perfektes wie kompromissloses Fahrzeug. Eine kleine Schar von Individualisten pflegt diese Automobile aus den über 50 Jahren zurückliegenden Anfängen des heutigen VW-Konzerns.
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VW Kübel Typ 166
Der VW Schimmwagen entstand aus dem Wunsch nach einem Fahrzeug, mit dem sich Flussübergänge leichter überwinden lassen. Nachdem sich der Kübelwagen bewährt hatte, fragten die Militärs schon am 18. Juni 1940 bei der Firma Porsche in Stuttgart nach, ob der Bau eines solchen Fahrzeugs möglich sei. Dabei forderten sie im Wasser eine Mindestgeschwindigkeit von 10 km/h, einen Antrieb mit Wasserschraube, die Steuerung über gelenkte Vorderräder und ein problemloser übergang von Land- zur Wasserfahrt, ohne das Fahrzeug verlassen zu müssen.

Zunächst wurden bei der Firma Drauz in Heilbronn sowie bei Porsche in Zuffenhausen drei Prototypen gebaut. Bereits am 7. November 1940 fanden erste Versuchsfahrten im Wünsdorfer See statt. Die Prototypen setzten sich in einem groß angelegten Test problemlos gegen Trippelwagen SG6 (wassergekühlt, daher thermische Probleme und 2 Tonnen Gewicht, daher einfach zu schwer) und dem in Wien hergestellten Grögler Einheitswagen (ständig defekt) durch.
Der allradgetriebene Volkswagen bestach durch seine extreme Geländegängigkeit. Probleme ergaben sich bei dem zunächst 4,20 Meter langen Fahrzeug (Typ 128) durch dessen instabile Wanne, die im Gelände zu wenig verwindungssteif war. Porsche entwickelte daraufhin eine kleinere eiförmige Flachbootwanne mit abgesenkten Bordkanten (Typ 166 - 3,82 Meter lang), deren Produktion am 18. Februar 1942 begann.
Ebenso wie im Kübelwagen saß das Antiebsaggregat im Heck und trieb den Wagen mit 24,5 PS aus 75mm Bohrung an. Mit einem Hubraum von 1130ccm und einer Bodenfreiheit von 25cm erzielte der Schwimmwagen eine Steigfähigkeit von 65 Prozent. Nur etwas mehr als 15.000 Exemplare dieses einmaligen Fahrzeugs wurden hergestellt. Nach dem Krieg war der Schwimmwagen ein willkommenes Zweckfahrzeug in der Land- und Forstwirtschaft, viele irreperable Umbauten verunstalteten diesen Volkswagen auf Dauer. Nur wenige Exemplare überstanden die damalige Zeit so, daß eine spätere, meistens sehr aufwendige Restauration lohnte. Heute existieren weltweit nur etwa 150 fahr- und schwimmtüchtige Exemplare dieses auch aus technischer Sicht einmaligen Wasser- und Landfahrzeug aus der Welt der Volkswagen.