Karosseriebaumeister Patrick Stoll restauriert Oldtimer und ehemalige Kriegsfahrzeuge, auch f?r Wehrmachtsfilme. Hier sitzt er in einem VW 166-Schwimmwagen. Dahinter ist ein Willys Jeep und ein Stoewer Gel?ndewagen zu sehen. Fotos: Bonenberger & Klos (2)
Marpingen. Einmal live dabei sein, wenn ein Hollywood-Film gedreht wird, auf Tuchf?hlung mit den gro?en Stars gehen - das w?rden sicher viele gerne einmal erleben. Patrick Stoll aus Marpingen wei?, wie es ist, hinter den Kulissen eines Millionen-Projektes zu arbeiten. Bei dem Hollywood-Streifen "Operation Walk?re" (2007/2008) fungierte er als Berater f?r Tom Cruise. "Ich habe ihm erkl?rt, wie sich ein deutscher Soldat verh?lt", sagt Stoll. Dass seine Firma "Military Film and Movie Service" 2008 prompt f?r ein solches Filmprojekt gebucht wurde, ?berraschte den ehemaligen Fallschirmj?ger der Bundeswehr. "Normalerweise f?ngt man mit kleinen Dokumentationen an." Doch f?r Patrick Stoll ging es sofort hinter die Kulissen von Hollywood und auf den roten Teppich. "Du kommst aus Marpingen, wohnst pl?tzlich im Ritz Carlton in Berlin und rennst mit Tom Cruise in der Stadt herum."
Ob Stoll bald wieder an der Seite eines anderen Schauspielers durch Deutschlands Hauptstadt flaniert, ist noch ungewiss. Doch eines ist sicher: Hollywood hat sich erneut bei dem Karosserie- und Fahrzeugbaumeister gemeldet. Er soll historische Milit?rfahrzeuge f?r einen Film herrichten. Zwei Fahrgestelle stehen derzeit in Stolls Werkstatt und werden von ihm bearbeitet. Er hat die alten Fahrwerke in Stuttgart und an der Nordsee abgeholt.
"Ich habe nur Randinformationen, worum es in dem Film geht", sagt Stoll. Hollywood ist verschwiegen, und in der Regel m?ssen alle beteiligten Firmen so genannte Geheimhaltungsvertr?ge unterschreiben. Doch da George Clooney schon seit l?ngerem in Berlin residiert, um dort sein neuestes Projekt "The Monuments Men" zu verfilmen, ist nicht schwer zu erraten, wer hinter der Anfrage steht. Clooneys Film soll ein Weltkriegsdrama werden. Es geht darin um eine Gruppe von Kunsthistorikern und Kuratoren, die sich auf die Suche machen, um von den Nazis gestohlene Kunstwerke vor ihrer Zerst?rung zu retten. "Der genaue Drehplan steht noch nicht, und ich wei? auch nicht, wie viele Fahrzeuge gebraucht werden", sagt Stoll. Aus Erfahrung wisse er aber, dass von heute auf morgen ein Anruf kommen kann und es hei?t, er solle 25 Fahrzeuge nach Berlin bringen.
Filmgesch?ft ist nur Beiwerk
Kenntnis hat Patrick Stoll von einer Szene: Darin sollen sieben Schauspieler in einem/seinem K?belwagen sitzen. Der Karosseriebauer konzentriert sich auf seine Arbeit f?r den Film. Ein gro?es Thema ist f?r ihn die Sicherheit. Zwar hei?e es immer, alles m?sse so billig wie m?glich instand gesetzt werden. Doch darauf lasse er sich nicht ein. "Wenn einem Star in meinem Fahrzeug etwas passiert, meldet sich doch keiner mehr bei mir", wei? Stoll. W?hrend die Schauspieler Millionengagen bekommen, werde ?ber eine Bremsdichtung f?r 25 Euro diskutiert.
F?r Patrick Stoll bedeutet ein Filmprojekt ? la Hollywood nicht das Flanieren auf roten Teppichen, sondern konzentrierte Arbeit. Bei "Operation Walk?re" sei sechs Wochen lang ohne Pause gedreht worden. Zw?lf-Stunden-Tage seien da das Minimum gewesen. Das Filmgesch?ft ist f?r Patrick Stoll nur Beiwerk, an dem er sich keine goldene Nase verdiene. "Ich restauriere nicht nur historische Milit?rfahrzeuge", betont er. Haupts?chlich setze er alte Volkswagen f?r Kunden weltweit instand.
Ungef?hr mit 16 Jahren begann Stoll, sich f?r das Milit?r zu interessieren. Soldaten waren f?r ihn Vorbilder, auch sein Gro?vater hatte im Krieg gedient. Zw?lf Jahre lang war Stoll selbst als Fallschirmj?ger bei der Bundeswehr im Einsatz. Heute setzt er seine Erfahrungen als Berater f?r Filmproduktionen ein und restauriert als Karosseriebauer Milit?rfahrzeuge aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Leute, die sich ernsthaft mit diesen Themen besch?ftigen, kennen sich untereinander, berichtet Stoll. Es f?nden auch regelm??ig Milit?rfahrzeug-Treffen statt. "Jeder w?nscht sich, dass sein K?belwagen oder Motorrad mal in einem Film zu sehen ist", wei? Stoll. Er kam inzwischen schon mehrmals in diesen Genuss. Und bald wird wohl auch George Clooney oder Matt Damon in einem seiner Fahrzeuge Platz nehmen. Gibt es f?r den Saarl?nder denn einen Wunschfilm, bei dem er gerne einmal mitmachen w?rde? "Bei einem Wikingerfilm", sagt Stoll spontan und l?chelt.
Quelle: Saarbr?cker Zeitung
Marpinger staffiert Hollywood aus
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- Geschrieben von: Kübel-Klub